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Der am Frieden arbeitet

Anselm Kanwischer beginnt bald einen Dienst in Kolumbien

Anselm Kanwischer (c) ThomasHohenschue
Anselm Kanwischer
Datum:
Di. 18. Okt. 2016
Von:
Thomas Hohenschue
Kolumbien kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus: Ein Friedensvertrag wird ausgehandelt. Ein Referendum dazu endet überraschend im „Nein“. Nun wird Kolumbiens Präsident für seine Beharrlichkeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Als Vorbild, wie sich Konflikte lösen lassen.

Die wahre Kärrnerarbeit ist vor Ort zu leisten. Denn wo Gewalt und Armut ganze Generationen von Kolumbianern geprägt haben, lässt sich das nicht mit einem Federstrich und einer Unterschrift beseitigen. Vielmehr bedarf es ganz vieler ganz mühsamer kleiner Schritte im Alltag, um von einer fragilen Sicherheit zu einem
nachhaltigen Frieden zu gelangen. Bereitschaft zur Versöhnung baut sich nicht über Nacht auf, sondern muss erarbeitet werden.

Einer, der sich ab dem 1. Dezember in diese gewaltige Aufgabe einbringt, ist Anselm Kanwischer. Der 32-jährige Volljurist geht für drei Jahre als Friedensdienstler nach Kolumbien, konkret in die Millionenmetropole Cali im hoch gelegenen Caucatal. Diese Stadt ist in Folge der mörderischen Konflikte um Land, Drogen und Macht in anderen Regionen stark gewachsen. Mit der Zuwanderung der Flüchtlinge ist die Stadt eher schlecht als recht zurechtgekommen. Die öffentliche Infrastruktur konnte nicht so rasch mitwachsen, wie es erforderlich gewesen wäre. Und natürlich gehen auch die soziale und berufliche Integration der vielen Neubürger nicht so flott und reibungslos.

Anselm Kanwischer hat sich in den letzten Monaten bestens vorbereitet, um auf vielerlei Weise die Erzdiözese in Cali beim Aufbau einer friedlichen  Zivilgesellschaft zu unterstützen. Bildung ist ein wichtiger Schlüssel. Aufklärung über Fragen der Sicherheit und Gesundheit zum Beispiel tut dringend Not. Auch
gilt es, vor Ort mit den Menschen zu schauen, woran es im Viertel hapert, was es dringend braucht. Wenn zum Beispiel ein Fußballplatz zum Drogenumschlag missbraucht wird, suchen die Leute Alternativen. In diesen Anreizen, sich selbst zu helfen, selbst die Dinge in die Hand zu nehmen, liegt die Hoffnung der Kirche.

Dieser kommt eine besondere Rolle im Friedensprozess zu, als neutrale Vermittlerin. Anselm Kanwischer will die Diözese darin unterstützen, einen Geist der  ersöhnung und Vergebung in der Bevölkerung zu verankern. Ohne diesen, so ist auch der engagierte Jurist überzeugt, gibt es keinen Ausweg aus der Gewalt. Mit seinen Kenntnissen und seiner Leidenschaft für die universellen Menschenrechte bringt er sich ein.

Anselm Kanwischer wird in der KiZ in unregelmäßigen Abständen immer wieder aus seinem Einsatz im Partnerland berichten.