Aus der KIrchenZeitung: Bienen schützen

Die Bewahrung der Schöpfung beginnt im eigenen Garten

Biene (c) www.pixabay.com
Do 7. Mär 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 10/2019, von Garnet Manecke

von Garnet Manecke

In den Regionen Mönchengladbach und Heinsberg wird in der Fastenzeit mit einigen Aktionen das Bewusstsein für den Erhalt der Schöpfung neu geweckt. Autofasten, Exkursionen zum Tagebau Garzweiler oder Stromspartipps gehören zu den Aktionen rund um den Klimaschutz. Doch der beginnt nicht mit Fahrverboten und dem Ausstieg aus dem Braunkohleabbau, sondern auf dem heimischen Balkon und im Garten.

Jeden Freitag gehen zahlreiche Jugendliche auf die Straße statt in die Schule, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Die junge Schwedin Greta Thunberg ist das Gesicht der inzwischen weltweiten Bewegung, die sich aus ihrem eigenen Protest vor dem schwedischen Parlament entwickelt hat. Die Klimaerwärmung und die daraus entstehenden Folgen zerstören die Umwelt. Ein Grund ist der immer größer werdende CO2-Ausstoß. Aber das ist nicht die einzige Gefahr, die der Umwelt droht. Mit dem Tagebau sind die Regionen Mönchengladbach und Heinsberg direkt mit einem tiefgehenden Eingriff in die Natur konfrontiert. 

Garzweiler ist vielen in der Region zum Synonym für Umweltzerstörung und Klimawandel geworden. Was dabei aber häufig übersehen wird: Eine der größten Umweltkatastrophen beginnt sprichwörtlich vor der Haustür – in Vorgärten und Gärten, die als moderne Steingärten mit viel Schotter Insekten keinen Lebensraum mehr bieten. Auch große Rasenflächen in Gärten sind zwar praktisch in der Pflege, für die Natur sind sie aber eine mittlere Katastrophe. Sie bieten keinen Unterschlupf für Tiere, keine Nistplätze und letztlich auch ein vergleichsweise geringes Nahrungsangebot.

Warum das so schlimm ist? Weil es zum Insektensterben beiträgt. Besonders Wildbienen sind von der Mode toter Schottergärten betroffen. Das mag auf den ersten Blick ganz angenehm sein, weil sich die ohnehin geringe Gefahr, beim Essen auf der Terrasse von einem Insekt gestochen zu werden, weiter reduziert. Aber auf den zweiten Blick ist das alles andere als gut: Mit den Insekten stirbt auch die Vielfalt auf dem Teller. Denn Erbeerpflanzen, Apfel- und Birnbäume, Kartoffelblüten, Tomaten, Kirschen, Paprika, Wassermelonen, Mandeln und Zitronen: Das alles gibt es nur, weil fleißige Bienen und andere Insekten wie Falter, Hummeln, Fliegen und Käfer die Pflanzen bei ihren Flügen von Blüte zu Blüte bestäuben.

Besonders die Wildbienen spielen dabei eine führende Rolle. Von den 561 Arten stehen in Deutschland allerdings mehr als die Hälfte auf der roten Liste, meldet das Bundesministerium für Umwelt. Deshalb ist die rostrote Mauerbiene zum Insekt des Jahres gekürt worden. Und deshalb haben in Bayern eine Million Menschen mit ihrer Unterschrift mehr Einsatz im Kampf gegen das Bienensterben und für mehr Artenvielfalt gefordert. Das Bienensterben ist ein internationales, ein globales Problem, deshalb steht es auch bei den Vereinten Nationen auf der Agenda.

Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft machen den Insekten seit Jahrzehnten zu schaffen. Aber fanden die Bienen, die im Gegensatz zu anderen bestäubenden Insekten die Pollen und den Nektar zur Aufzucht ihrer eigenen Brut benötigen, bisher wenigstens in Gärten noch Blüten, ist mit dem Trend zum pflegeleichten Garten auch diese Möglichkeit oft genommen. Dabei braucht die Natur dringend die Bienen, um ihre Artenvielfalt zu erhalten. Dazu braucht sie neben der Honigbiene auch die verschiedenen Arten der Wildbienen. Denn die Bienenarten sind unterschiedlich groß und können daher unterschiedliche Blütengrößen bestäuben.

Im Rahmen seines Engagements für die Schöpfung hat sich das Katholische Forum des Themas angenommen. Der Imker Frank Hoffmann erklärt in einer Vortragsreihe, warum Bienen für unser Leben wichtig sind und wie man ihnen einen Lebensraum schaffen kann. Denn jeder Steingarten ist ein aktiver Beitrag zum Bienensterben.