Nachlese zum Stand des Diözesanrats in Kooperation mit dem Bistum Aachen:Wasser ist Leben. Wasser ist unser Thema. Gesetzt beim Katholik*innentag 2026 in Würzburg

Wie bei jedem Katholik*innentag erwiesen sich die Aachener Printen als zugkräftiges Präsent an Passant*innen. Die köstlichen Lebkuchen bieten als Botschafterinnen der Kaiser- und Bischofsstadt eine willkommene Brücke zum Gespräch. Mit rheinischer Leichtigkeit ließ sich in dieser Situation gut erzählen, worum es beim Aachener Stand ging.
Im Kern drehte sich alles das Wasser. Zu diesem hat der Diözesanrat der Katholik*innen in seiner fortlaufenden Arbeit vor allem zwei Bezugspunkte:
- Da gibt es die Erfahrungen kolumbianischer Menschen, die um sauberes Wasser kämpfen. Bergbau und Industrie vergiften in einigen Regionen Flüsse und Grundwasser, gesundes Trinkwasser ist dort oft knapp, der freie Zugang nicht immer gewährleistet. Eindrucksvolle Bilder des Fotografen Benedikt Ernst, mit dem der Diözesanrat der Katholik*innen immer wieder kooperiert, berichteten im Aachener Zelt auf würdevolle Weise vom Alltag indigener Völker. Dass Konzerne illegal deren friedliches Leben im Einklang mit der Natur bedrängen und bedrohen, ist ein Thema in der Kolumbienpartnerschaft des Bistums Aachen.
- Zugleich gewinnt Wasser auch in der Auseinandersetzung um die Zukunft des Rheinischen Reviers an Bedeutung. Die Zivilgesellschaft rückt den Fokus auf Herausforderungen, welche die Region mindestens bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu meistern hat. Zum einen müssen fortlaufend Pumpen laufen, um Bäche, Flüsse und Grundwasser zu schützen. Zum anderen wird Rheinwasser zum Verfüllen der Restlöcher eingesetzt - und das, wo es immer häufiger knapp wird. Diese Problematik war diesmal nicht explizit im Aachener Zelt Thema, denn das Revier stand bereits vor zwei Jahren Thema, damals in Erfurt, im Mittelpunkt.
Noch drei weitere Elemente des Standes luden ein, sich mit Wasser zu beschäftigen. Zum einen gab es ein pfiffiges Giveaway in Form wiederverwendbarer Trinktüten, die aus recyceltem Material hergestellt wurden. Das begeisterte viele Besucher*innen und sie nahmen sehr gerne das Angebot an, sich eine solche Tüte mit frischem Mineralwasser befüllen zu lassen und sie mitzunehmen.
Zum anderen gab es zwei Mitmachaktionen. Beide forderten ein wenig Mut, sich künstlerisch zu betätigen. Den Standbetreuenden von Diözesanrat und Bistum gelang es immer wieder, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene zu bewegen, ihre kulturelle Komfortzone zu verlassen. So konnten die Besucher*innen vorgefertigte Postkarten bemalen, die von Aachen aus an ihre Lieben verschickt werden.
Und die Kür war, sich an einem großen Wandgemälde zum Thema Wasser zu beteiligen. Den Rahmen hatte der kolumbianische Künstler Germán Eduardo Contreras Benítez gestaltet. In diesen setzten Gäste eigene Akzente, Kleinode des eigenen Zugangs zu Wasser. Die Leinwand ist noch nicht vollendet, das geschieht sicherlich noch am Haus St. Georg in Wegberg, wo das Kunstwerk aufgehangen wird.
Was bleibt ansonsten? Das Gefühl, wieder in pausenlosen Gesprächen und zahllosen Gesten und Situationen etwas von dem vermittelt zu haben, was uns als Christ*innen aufgegeben ist und was die Lai*innen im Diözesanrat und dessen Netzwerken umtreibt. Nicht immer ging es allein um das Thema - auch die Verbindung zu so vielen Menschen, die Aachen kennen und schätzen, wurde aufgefrischt.