Sasan Azodi und Flüchtlingsrat Krefeld erhielten den Herbert Kaefer Preis 2026:Heute so wichtige Zeichen von Menschlichkeit, Solidarität und Mut, dort hinzuschauen und zu handeln, wo Menschen Unterstützung brauchen

"Menschen verlassen ihre Heimat nicht leichtfertig. Sie fliehen vor Krieg, Gewalt, Verfolgung oder Perspektivlosigkeit", verdeutlichte Andreas Funke vom Bistum Aachen zum Auftakt der feierlichen Preisverleihung am 20. März 2026 im Nell-Breuning-Haus. "Hinter jedem Antrag, hinter jeder Statistik steht ein Mensch - mit einer Geschichte, mit Hoffnungen, mit Verletzungen und mit dem Wunsch nach einem Leben in Sicherheit und Würde."
Der Abend in dem Herzogenrather Bildungszentrum, das sich selbst auf vielfache Weise für geflüchtete Menschen einsetzt, stand in der Linie des Vorbilds und Namensgebers des Preises, Herbert Kaefer. Seine langjährige Wegbegleiterin Andrea Genten, heute noch Vorsitzende von Refugio e.V., skizzierte das Lebenswerk des Aachener Diözesanpriesters, der unerschrocken, beharrlich und leidenschaftlich gegen das Unrecht durch Gesetzgebung, ausführende Behörden und Rassismus kämpfte.
Dass Herbert Kaefer mit heute 87 Jahren immer noch nichts an Kampfgeist eingebüßt hat, wie Andrea Genten sagte, zeigte er in einer Videobotschaft. In den Menschen, die sich in Herzogenrath zusammenfanden, sah er "eine geistige Haltung, in der Vielfalt ein Reichtum ist". Er entfaltete eine persönlich geprägte Liebeserklärung an die Vielfalt und spitzte seine Kritik gekonnt zu: "Manche haben Angst vor Fremden und es gibt politische Parteien, die diese Angst weiter schüren."
In der Nachfolge dieses standhaften Menschen steht der Musiker und Menschenrechtler Sasan Azodi. Er fasse das Fremdsein eindrucksvoll und bewegend in Töne und Texte, würdigte Musikerkollege Heribert Leuchter. Gerührt nahm Sasan Azodi die Auszeichnung entgegen. Es sei schwer, eine Rose auf Beton wachsen zu lassen, die Menschlichkeit in einer kaltherzigen Gesellschaft. Der Preis gebe ihm den Rückenwind, weiter an den Rissen im Beton zu arbeiten, sagte Sasan Azodi.
Als zweite im Bunde wurde der Flüchtlingsrat Krefeld mit dem Herbert Kaefer Preis ausgezeichnet. "Menschenrechte gelten nicht nur dann, wenn sie einfach sind, sondern immer", bekräftigte die Krefelder Bürgermeisterin Gisela Klaer in ihrer Laudatio die Haltung der ausgezeichneten Initiative. Wie viel Beharrlichkeit und Stärke es in den mehr als 30 Jahren brauchte, deutete sich in den Dankesworten von Ute Richter und Christoph Bönders an: "Das 'trotz alledem' war eigentlich immer."
Damit schloss sich der Kreis zu den Begrüßungsworten von Andreas Funke, der von der so wichtigen Ermutigung gesprochen hatte, "dort hinzuschauen und zu handeln, wo Menschen Unterstützung brauchen". Die erfolgreiche Premiere einer Verleihung des Herbert Kaefer Preises machte Mut. Das gemeinsame Engagement fand einen feierlichen Rahmen und doch blieb es in vielen Gesprächen dabei, sich weiter den täglichen Herausforderungen in der Arbeit mit geflüchteten Menschen zu stellen.
Hintergrundinfo
Der Herbert Kaefer Preis "Mut zur Solidarität mit geflüchteten Menschen und für globale Gerechtigkeit" ist von einem Netzwerk verantwortet und verliehen worden. Dahinter stehen Menschen aus dem Bistum Aachen, aus Bischöflichem Generalvikariat und Diözesanrat der Katholik*innen, vom Evangelischen Kirchenkreis Jülich, vom Ökumenischen Netzwerk Asyl in der Kirche in NRW e.V., vom Aachener Netzwerk für humanitäre Hilfe und interkulturelle Friedensarbeit e.V., von Refugio e.V. und Amnesty International.