6. Synodalversammlung des Synodalen Wegs in Stuttgart:Der Synodale Weg wird ausgewertet - aus dem Bistum Aachen gibt es dazu weiterhin wenig Neues

Während es zukunftsgewandte Botschaften vom Podium gibt, sitzt er mit ziemlich leeren Händen im Plenum. Zwar hat der Diözesanrat der Katholik*innen bereits im Jahr 2023 auf Basis einer gewissenhaften, engagierten Auseinandersetzung mit dem Programm des Synodalen Weges Empfehlungen an das Bistum Aachen ausgearbeitet. Aber Heribert Rychert ist mit dem Fazit in Stuttgart unterwegs: "Leider sind nur wenige der Forderungen aus dem Synodalen Weg in Aachen angegangen bzw. umgesetzt."
Konkret sollte der Aachener Ortsbischof, eingebettet in die Beratungsstruktur der Gemeinsamen Konferenz, in seinen Rollen als diözesaner Gesetzgeber, als oberster Dienstherr und als Scharnier zur Weltkirche aktiv werden. Abgeleitet aus den Beschlüssen des Synodalen Wegs, forderte der Diözesanrat eine Demokratisierung von Beratung, Entscheidung und Kontrolle. Dies fängt bei pastoralen und strategischen Fragen im Bistum Aachen an und geht bis hin zu Bischofswahl und Verwaltungsgerichtsbarkeit. Überall sollen Gläubige Verantwortung mittragen.
Auch sollen den allgemeinen Erklärungen zur Rolle der Frauen und zur Sexual- und Partnerschaftsethik nun Taten folgen. So sollen Menschen unabhängig von Geschlecht und Weihe die Möglichkeit erhalten, im Gottesdienst zu predigen oder Taufen vorzunehmen. Bischof Dieser soll seinen Einfluss einsetzen für die Teilhabe nicht-geweihter Personen am Bußsakrament und an der Krankensalbung. Und auch in der Frage der Öffnung der Weiheämter für alle Menschen soll der Aachener Ortsbischof seine Stimme in Rom erheben.
Weitere gewünschte Konsequenzen: Das Bistum soll eine Fachstelle für queere Pastoral einrichten. Es soll künftig den Eintrag "divers" im Taufregister ermöglichen. Bischof Dieser soll Segensfeiern für queere Paare ebenso explizit zulassen wie Segensfeiern für wiederverheiratete Paare. Priester, die wegen einer Partnerschaft aus dem Amt scheiden, sollen auch im pastoralen Dienst weiter tätig sein dürfen, wenn sie das möchten.
Aus all dem ist wenig geworden. Die Präsidentin des Synodeln Weges und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp", spricht in Stuttgart von einem "neuem, gutem Miteinander zwischen Bischöfen und Laien", einem "Kulturwandel im Miteinander". Ob diese Analyse für das Bistum Aachen übernommen werden kann? Anschlussfähig jedenfalls das Fazit von Prof. Dr. Thomas Söding, Vizepräsident des Synodalen Wegs und des ZdK: "Unsere Hand bleibt ausgestreckt: Der Synodale Weg hat das Zeug, zur Versöhnung beizutragen.“