Missbrauch systemisch aufarbeiten, homosexuelle Liebe wertschätzen

Vorstand des Aachener Diözesanrats der Katholiken unterstützt zwei Erklärungen im Vorfeld der zweiten Synodalversammlung des Synodalen Wegs

gleichgeschlechtliches Paar (c) Bild von Julie Rose auf Pixabay
Datum:
Do. 30. Sep. 2021
Von:
Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen

Viel beachtet, startet am heutigen 30. September die zweite Synodalversammlung des Synodalen Wegs. Im Vorfeld gehen zwei Erklärungen durch das mediale Rauschen, das dieses Ereignis begleitet. Der Aachener Synodale Heribert Rychert, der vom Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen delegiert ist, hat diese beiden Dokumente mit unterzeichnet. Der Vorstand unterstützt die Papiere ausdrücklich und fühlt sich dabei getragen von Beschlüssen der Vollversammlung.

Kurz skizziert geht es um die mangelhafte Sensibilität des Heiligen Stuhls gegenüber den Betroffenen sexualisierter Gewalt, wie sie in den Begründungen zum Amtsverbleib der Bischöfe Heße und Woelki sichtbar wird. Das vatikanische Schreiben erschüttert einmal mehr das Vertrauen, dass die Institution zu einer umfassenden Aufarbeitung der Verbrechen in ihren eigenen Reihen bereit und in der Lage ist. Und es geht um eine Rückenstärkung für Seelsorgerinnen und Seelsorger, die homosexuelle Partnerschaften segnen. 

Das zweite Dokument fordert eine Reform des Dienstrechtes, die gleichgeschlechtliche Liebe nicht mehr sanktioniert und einen offenen Umgang mit homosexueller Identität ermöglicht. Dies schließt die Akzeptanz von standesamtlich geschlossenen „Ehen für alle“ ein. „Wo die Liebe ist, ist Gott schon gegenwärtig und sein Heil erfahrbar“, unterstreichen die Unterzeichnenden.