Gott liebt und segnet alle Menschen

Vorstand des Aachener Diözesanrats der Katholiken fordert Bischof Helmut Dieser auf, das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften offiziell gegenüber der Glaubenskongregation zurückzuweisen

Regenbogenfahne (c) Bild von 3D Animation Production Company auf Pixabay
Datum:
Fr. 19. März 2021
Von:
Diözesanrat der Katholiken

Der Vorstand des Aachener Diözesanrats erklärt am 19.03.2021:
Mit Unverständnis reagieren sehr viele Gläubige im Bistum Aachen auf das jüngst ausgesprochene Verbot der römischen Glaubenskongregation, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften zu segnen. Im Licht ihrer Lebenserfahrung bewerten sie die derzeitige Lehre der Kirche, aus der das Verbot abgeleitet wird, sowie das Verbot selbst als Widerspruch zur Botschaft Jesu. Gott liebt und segnet alle Menschen. Wenn Menschen ihre von Liebe und Verantwortung getragene Partnerschaft unter Gottes Segen stellen wollen, kann die Kirche den Segen nicht verweigern.

Als Vorstand des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Aachen wenden wir uns entschieden
gegen das Verbot der Glaubenskongregation. Wir ermutigen alle Seelsorger*innen im Bistum
Aachen, öffentlich zu ihrer Segnungspraxis zu stehen. Sie handeln damit nicht nur im Einklang mit ihrem Gewissen, sondern sie können sich auch auf theologische Forschung und Humanwissenschaften berufen. Sie tragen dazu bei, die weiterhin vorhandene Diskriminierung gleichgeschlechtlich Liebender im Raum und im Namen der Kirche zu überwinden. Sie haben dafür die volle Rückendeckung einer großen Mehrheit der Katholik*innen. Von den kirchlichen Autoritäten im Bistum erwarten wir eine vorbehaltlose Unterstützung ihrer Mitarbeiter*innen.

Bischof Helmut Dieser fordern wir auf, das Dokument offiziell an die Glaubenskongregation
zurückzuweisen. Wir bitten ihn, mit dieser Zurückweisung die Glaubenskongregation darauf
hinzuweisen, dass die von ihr vertretene Position hochgradig defizitär ist. Wir halten es für eine unabdingbare bischöfliche Pflicht, mit einer Zurückweisung der lehramtlichen Note
Schaden von den Menschen abzuwenden und die Selbstbeschädigung des kirchlichen
Lehramtes aufzuhalten.