Aus der KirchenZeitung: Erfolgreich „fairknüpft“

Die Premiere der Aachener Fairtrade-Messe war für Anbieter, Besucher und das Thema ein Gewinn

Fairtrade Banane (c) Bild von <a href=https://pixabay.com/de/users/IsaacFryxelius-242919/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=342677>Isaac Fryxelius</a> auf <a href=https://pixabay.com/de/?utm_source=link-attribution&utm_medium=referral&utm_campaign=image&utm_content=342677>Pixabay</a>
Do 5. Sep 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 35/2019 | von Andrea Thomas

Fairer Handel, ein Thema, das in Aachen – nicht zuletzt wegen der kirchlichen Hilfswerke und Institutionen vor Ort – groß geschrieben wird. Seit 2011 ist die Stadt Fairtrade-Stadt und fördert den fairen Handel auf kommunaler Ebene. Wie vielfältig das Angebot und der Einsatz sind, zeigte die erste Fairtrade-Messe.

Über 20 Aussteller präsentierten sich in der Aula Carolina und versorgten die Besucher mit Einblicken in ihre Angebote sowie Informationen zum Thema. Das Angebot reichte dabei von Kleidung und Schmuck über Kunsthandwerk und Reisen bis zu fairgehandelten Lebensmitteln. Organisiert hatten die Messe das Bündnis Fairhandeln in Aachen, das Eine-Welt-Forum und die Steuerungsgruppe Fairtrade Stadt Aachen

 

Was gibt es und wer bietet es an?

 

 

 

 

 

 

Faire Produkte liegen im Trend, wie auch 1000 Messebesucher unterstrichen, und verzeichnen regelmäßig Zuwächse, nur nicht unbedingt im Bereich Einzelhandel sondern eher bei den Discountern. Ziel sei es daher gewesen, „Verbrauchern einen Überblick zu geben, wo und was sie in Aachen fair und nachhaltig einkaufen können, und auch die verschiedenen Siegel und Labels, die es gibt, vorzustellen“, erläutert Siegbert Gossens vom Aachener Weltladen und dem Bündnis Fairhandeln in Aachen. Bereits seit Längerem gibt es dazu den fairen Stadtplan (www.fairhandeln-aachen.de), an dessen gedruckter Neuauflage derzeit gearbeitet wird, der jedoch noch bekannter werden müsse. Fairer Handel könne so auch dazu beitragen, den Einzelhandel in Aachen wieder attraktiver zu machen. Ein zweiter wichtiger Aspekt der Messe war, die verschiedenen Akteure miteinander bekannt zu machen und zu vernetzen.

„Wir sind sehr zufrieden“, erklärt Christina Ciecierski vom Aachener Weltladen. Sie hätten viele neue Kontakte zu anderen Anbietern in der Stadt geknüpft und vor allem auch einmal die Menschen dahinter näher kennengelernt. Gefreut hat sie außerdem, dass sie so die Vielfalt ihres Sortiments auch außerhalb ihres Ladens hätten präsentieren und eine andere Kundenschicht hätten erreichen können. „Wir haben mit einem Klischee aufgeräumt und gezeigt, fair Gehandeltes ist auch bezahlbar“, sagt sie. Auch für das Ehrenamtlichen-Team von „Weltweit am Dom“, dem Weltladen der beiden Hilfswerke Missio und Kindermissionswerk, hatte sich der Tag gelohnt.

Zu dessen Sortiment gehören Kunst und Kunsthandwerk aus den Partnerländern der Hilfswerke, immer verbunden mit Informationen zu den Künstlern und Handwerkerfamilien und ihrer Situation. Daran knüpfte eine gemeinsame Kunstaktion mit dem Verein „Afrika anders“ an. Auf seine Einladung hin war Eddious Nyagweta aus Simbabwe zu Gast, dem das Messepublikum bei der Fertigstellung einer Skulptur zuschauen konnte. „Er hat gestern vorgearbeitet und heute nochmal sieben Stunden vor Ort daran gearbeitet“, berichtet Thomas Bürgerhausen, Leiter von „Weltweit am Dom“. So bekomme man einen ganz anderen Bezug zur Arbeit der Künstler und zu ihren Lebensumständen und erfahre auch, was mit dem Geld passiere. Alle Künstler, die der Verein „Afrika anders“ und „Weltweit am Dom“ unterstützen, bestimmen selbst, wieviel sie für ihre Werke haben wollen, verpflichten sich aber auch, dieses Geld wieder in ihrer Heimat zu investieren. Die Skulptur von Eddious Nyagweta, die einen Schutzengel mit einem Kind darstellt, hat zunächst einen Platz im Laden gefunden, wo sie nun auf einen interessierten Käufer wartet.

Zufrieden waren auch Tim Ernst und Bill Liebler vom Asta der Katholischen Fachhochschule, die als „Fairtrade-University“ ausgezeichnet ist. Sie hätten zwar nichts zu verkaufen gehabt, aber viele interessierte Fragen zu ihrer Kampagne und dazu, was es heißt „Fairtrade-Uni“ zu sein, beantwortet. „In Aachen gibt es viele Studenten, die etwas bewirken können. Wir haben da als kleine Hochschule nochmal ganz andere Möglichkeiten. Für uns war das heute auch PR“, fasst es Tim Ernst zusammen.