Im Garten, im Bewusstsein:

Fast 1.000 Familien schaffen Platz für Bienen und Insekten

Bienen EinMalEins (c) Anja Schmitz
Bienen EinMalEins
Fr, 7. Dez 2018
Bienen EinMalEins

Grundschulkinder verteilen kostenloses Saatgut. Im Frühjahr 2019 geht es weiter.

Bienen EinMalEins (c) Bienen EinMalEins
Bienen EinMalEins

Die Naturschutzaktion BienenEinMalEins hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Umweltbewusstsein von Kindern und deren Familien zu wecken und dabei aktiv gegen das Insektensterben vorzugehen. Mit ersten Erfolgen: im Frühjahr 2018 nahmen 250 Grundschulkinder an der Aktion teil.

Durch Projekttage in den Schulen wurden die Kinder mit dem Thema Insektensterben vertraut gemacht und zusätzlich mit kostenlosen Saatgut-Sets ausgestattet, die sie in der Nachbarschaft verteilten.

Über 980 Familien nahmen das kostenlose Saatgut an und pflanzten einen Bienengarten.
Die Gruppe der Initiatoren besteht aus ehrenamtlichen Eltern, die mit Hilfe von Sponsoren hunderte Saatgut-Sets bereitstellen konnten. Neben dem großen Zuspruch aus der Bevölkerung wurde das BienenEinMalEins im September mit dem umWeltpreis des Bistum Aachen ausgezeichnet.
Im kommenden Frühjahr geht die Aktion weiter und soll sogar ausgebaut werden.
Anmelden können sich alle Grundschulen bis zum 15. Januar 2019 unter www.bieneneinmaleins.de

In dem Interview erzählt Anja Schmitz mehr über das Projekt „BienenEinMalEins":

Wie kam es zu dieser Idee?
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AS: Die Idee kam beim Spaziergang mit den Hunden. In der Nachbarschaft gab es einen ungepflegten Vorgarten, Unkraut wuchs zwischen Blumen und Steinen. Als guter Dorfsmensch denkt man erst einmal „Können die das nicht sauber machen?" Das war mein erster Impuls und dann sah ich die Insekten, die sich dort niedergelassen hatten. Ich war erschrocken über diese trainierte Haltung zum „Unkraut" und aus welch banalen Gründen man bereit ist, diesen Lebensraum zu vernichten - zumal das Thema Insektensterben immer dringender wird. Ich persönlich bin weder Imker noch vom Fach, aber ich glaube, das muss man auch nicht sein um was zu ändern. Wenn jeder ein wenig macht, wenn jeder nur einen Quadratmeter macht, ist das für die Tierwelt schon eine gute Hilfe. Man muss die Leute nur für diesen kleinen Beitrag gewinnen. So kam mir der Gedanke das über die Kinder zu machen. Frau Reh (Leiterin der Westzipfelschule) war schnell begeistert. Als dann auch noch die Astrid-Lindgren Schule und die ersten Sponsoren dazu kamen, wurde die Sache schnell groß.

Haben Sie eine Veränderung im Bewusstsein der Kinder, oder auch der Erwachsenen bemerkt?
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AS: Da ist eine Menge passiert. Die Grundschüler haben im Vorfeld viel über Bienen und Insekten erfahren. Es gab Projekttage mit Imkern an den Schulen, die Lehrer haben in den Klassen das Thema behandelt. Dadurch konnten die Kinder an den Haustüren nicht nur das Saatgut verteilen, sondern auch ihr Wissen weiter geben und sind den Erwachsenen mit -sagen wir mal- engagiertem Nachdruck auf die Füße getreten. Einige sehr charmante Dialoge haben uns die Leute auch zurück gemeldet. Kinder sind einfach großartig! Aber auch viele Erwachsene waren schnell offen für die Aktion. Ich glaube das Bewusstsein ist bei vielen schon da, aber tatsächlich was zu ändern ist oft ein langer Prozess. Unser Ziel war es, da was anzustoßen.

Was erhoffen Sie sich von der Ausweitung? Wie viele Schulen hoffen Sie gewinnen zu können?
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AS: Der Gedanke die Aktion auszuweiten kam schon früh. Es gab bereits im April erste Anfragen von Schulen. Aber wir wollten erst einmal schauen wie das Ganze überhaupt funktionieren kann. Jetzt haben wir unsere Erfahrungen gemacht und können diese in die neue Saison einfließen lassen. Insgesamt werden 170 Grundschulen aus den Regionen Heinsberg, Aachen und Mönchengladbach in den nächsten 14 Tagen angeschrieben. Wie viele sich zurück melden werden, wissen wir natürlich nicht. Wir hoffen, dass es viele sind. Das Thema ist einfach wichtig.

Warum ist es so wichtig für die Umwelt, dass möglichst viele Schulen mitmachen?
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AS: Bei der Preisverleihung Anfang September fiel der Begriff „Multiplikator". Das trifft es sehr gut. Über die Schulen und speziell über die Kinder lassen sich hunderte Haushalte erreichen. So macht man aus 1x1 in unserem Fall 979. Wenn ich diese Rechnung auf nur 10 weitere Schulen übertrage, sind das fast 10.000 Familien, die Platz für Insekten schaffen. Ich finde, das wäre schon ein tolles Ergebnis.

Bienen EinMalEins (c) Bienen EinMalEins