Fast 1.000 neue Luftbrücken für Insekten

Das Projekt „Bienen EinMalEins“ der Grundschule Selfkant machte das Rennen beim umWeltpreis 2018

Die Gewinner: Projekt „Bienen EinMalEins“ der Grundschule Selfkant (c) Thomas Hohenschue
Die Gewinner: Projekt „Bienen EinMalEins“ der Grundschule Selfkant
So 16. Sep 2018
Thomas Hohenschue
Seit 1982 ist die Zahl der Insekten um 80 Prozent zurückgegangen. Bedenkt man, welche Rolle sie als Nahrung für andere Tiere, für die Bestäubung von Pflanzen und für die Qualität der Böden haben, ist das eine zutiefst dramatische Entwicklung. Zeit, eine Trendwende einzuleiten.
Preisverleihung umWeltpreis 2018 (c) Thomas Hohenschue
Preisverleihung umWeltpreis 2018

Die ausgesprochen große Resonanz auf die Auslobung des umWeltpreises 2018 hat den Diözesanrat der Katholiken und die Regionalen Katholikenräte im Bistum Aachen überrascht. Zugleich betont der hohe Rücklauf – 29 Initiativen haben sich beworben – zweierlei: Das Thema ist relevant. Und an vielen Orten haben sich Menschen auf den Weg gemacht, etwas zu ändern, Insekten zu schützen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, die Bevölkerung aufzuklären.

Simon Winkens hat einen persönlichen Bezug zu dem 80-Prozent-Rückgang. Schließlich umfasst dieser seine eigene Lebensspanne. Winkens erinnert sich an seine Kindheit auf dem Land, bei der er viele Insekten wahrgenommen hat. Heute vermisst er sie und wertet das angesichts der Folgen für das Ökosystem ausgesprochen kritisch.

Das Vorstandsmitglied des Diözesanrats saß mit in der Jury und hatte nun im Rahmen einer Feierstunde die Freude und die Ehre, den diesjährigen Preisträger zu verkünden. Das Rennen unter den 29 eingereichten Bewerbern machte das Projekt „Bienen EinMalEins“ der Grundschule Selfkant.

Diese hat mit viel persönlichem Einsatz 979 Haushalte im Selfkant motiviert, einen Quadratmeter ihrer Außenfläche insektenfreundlich herzurichten. Die Kinder verteilten Saatkugeln, die zu einer farbenfrohen kleinen Welt auf diesem einen Quadratmeter führen. So sind eine Unzahl von Luftbrücken für Insekten entstanden, die es sonst nicht gegeben hätte.

Verbunden haben die Kinder, Eltern und Lehrer diese Aktion mit einer Menge Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel über soziale Medien. Es ist ihnen gelungen, verschiedenste Adressaten zu erreichen, bis hin zu Altenheimen, die insektenfreundliche Quadratmeter eingerichtet haben. Bildungsarbeit par excellence, findet Winkens und mit ihm die Jury.

Die Entscheidung wurde mit Applaus der anderen Mitbewerber aufgenommen. „Wir sind nicht alleine auf dieser Welt“, skizzierte Lutz Braunöhler, Vorsitzender des Diözesanrats. Das Echo auf den Preis und das breite bürgerschaftliche Engagement, das dahinter stehe, hat ihn sehr beeindruckt. Das Ganze zeigen: Man müsse nicht auf andere warten, sondern kann selbst etwas tun.

„Wir müssen jetzt die Umkehr schaffen“, betonte Braunöhler. Im Moment multiplizierten sich die Fehler, die Menschen seit der Frühzeit in punkto Umwelt und Natur begingen. Für die künftigen Generationen gelte es, aktiv zu werden. Initiativen wie die Bewerber zeigten den Weg. Und Papst Franziskus, der aufruft, den Mut und die Hoffnung nicht sinken zu lassen.

Mehr Infos und fotografische Eindrücke unter www.dioezesanrat-aachen.de.

Preisverleihung umWeltpreis 2018 (c) Thomas Hohenschue
Preisverleihung umWeltpreis 2018 (c) Thomas Hohenschue
Preisverleihung umWeltpreis 2018 (c) Thomas Hohenschue