Lebensdienliche Lebensbegleiter

Drei Bildungshäuser bringen mit gemeinsamer Reihe die Sexualität zur Sprache

Liebe (c) www.pixabay.com
Sa 28. Dez 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 01/2020 | thh

Sexualität ist gottgewollt. Sexualität ist eine lebensförderliche Weise, miteinander zu kommunizieren, bei sich selbst und beim anderen zu sein und das Leben zu genießen. Zeit, darüber zu reden, finden drei kirchliche Bildungshäuser aus dem Bistum Aachen.

Die Bischöfliche Akademie, das Nell-Breuning-Haus und das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg legen gemeinsam eine Reihe auf.

Sie leisten damit einen Beitrag zum gerade eröffneten Synodalen Weg auf Bundesebene und auch zum Bistumsprozess „Heute bei dir“, betont Akademiedirektorin Christiane Bongartz im Gespräch mit der KiZ. 

 

Ein menschenfreundliches und wertschätzendes Sprechen 

In manchen biblischen Geschichten gehe es ums Mann- und Frau-sein, um Liebe und Lust, um Intimität und Gemeinschaft. Für jede Generation sei es eine Herausforderung, die Sprache der Liebe und der Sexualität zu entdecken, stellen die Veranstalter fest. Gerade in der Aufarbeitung dessen, was die MHG-Studie der katholischen Kirche ins Stammbuch geschrieben hat, sei deutlich geworden, dass Kirche eine offenere und stärker erfahrungsbezogene Einstellung und Sprache finden müsse. Mit ihrer Veranstaltungsreihe „Zur Sprache gebracht: Sexualität“ geben Akademie, Nell-Breuning-Haus und Forum Impulse für Gespräche und Diskussionen und laden zu einem menschenfreundlichen und wertschätzenden Sprechen über Sexualität im kirchlichen Raum ein.

 Den Anfang machte das Herzogenrather Bildungszentrum. Das Nell-Breuning-Haus hat in den letzten drei Jahren verstärkt zur Thematik „Sexuelle Diskriminierung und Gewalt im Betrieb“ mit Auszubildenden und Führungskräften gearbeitet und eine entsprechende Fachtagung in die Kooperation eingebracht. „Wir verbinden das mit der Erfahrung, dass der Thematik in der Personalarbeit des Bistums Aachen bisher zu wenig Beachtung geschenkt wird und wir hier eine Trendumkehr einleiten wollen“, sagt der Leiter des Hauses, Manfred Körber. Nun schließen sich diverse Abendveranstaltungen in Mönchengladbach, Rheydt und Aachen an. Der Bogen ist weit gespannt: vom Mann-Sein Jesu über die Geschichte des Zölibats und der Moraltheologie bis hin zu ganz lebenspraktischen Fragen, wie der Sexualität im Alter. Und das ist auch der Anspruch, den der Verbund der drei Bildungshäuser mit der Reihe verfolgt: ein lebensförderlicher und lebensbegleitender Ort von Kirche zu sein. Das Finale, das verschiedene Stränge zusammenführen soll, findet am 28. April um 17 Uhr mit einer Fachtagung in der Akademie in Aachen statt.