Die Kohle ist noch nicht vom Tisch

Dialogtagung Kohle im März

Tagebau (c) www.pixabay.com
Datum:
Di. 9. Jan. 2018
Von:
Nicole Gabor
Wie die letzten Tage gezeigt haben, ist das Thema „Kohle“ in NRW noch lange nicht vom Tisch. Der Immenrather Dom musste dem Vorhaben der RWE weichen, in dem Ort Braunkohle abzubauen. Der DOM musste weichen, weil RWE an seinem Standort Braunkohle befördern will.
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Es wird nicht die letzte Kirche, der letzte Ort sein, der durch die Kohle-Politik in NRW und in Deutschland zerstört wird. Was häufig vergessen wird, ist, dass hinter diesen Denkmälern, Kulturstätten und Ortschaften Menschen stehen, die mit ihnen eine Geschichte, eine Identität haben.

Für RWE ist die Lage klar: Wir brauchen die Kohlekraftwerke und somit die Braunkohle, um die Stromversorgung in NRW zu sichern. Greenpeace sieht das anders und legt Analysen vor, dass man suggestiv die Kohlekraftwerke in Deutschland vom Netz nehmen kann. Es gibt neue Energien und für Deutschland die Chance, sich als Vorreiter im Thema Klimaschutz zu positionieren. Allerdings herrscht in Deutschland an dieser Vorreiterstellung wenig Interesse, wie die Ergebnisse der COP23 in Bonn dokumentieren.

Es gibt noch viel zu tun und vor allem zu hinterfragen: Deutschland importiert Steinkohle aus Kolumbien, dem Partnerschaftsland des Bistums Aachen. Wenn die Kohlekraftwerke in Deutschland ausgestellt werden, muss mehr Kohle aus Kolumbien kommen? Kann eine Energiewende in Deutschland nur auf Kosten von Anderen funktionieren? Und ist das vertretbar, wenn man sich die Auswirkungen des Steinkohleabbaus in dem lateinamerikanischen Land auf Umwelt und Menschen anschaut? Welche Alternativen gibt es denn eigentlich zur Kohle in Deutschland? Und was kann man tun, um darauf aufmerksam zu machen, dass die aktuelle Energiepolitik in Deutschland in Hinblick auf die globalen Umweltschäden nicht zukunftsfähig ist?

Der Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen will Antworten auf diese und weitere Fragen. Diese sucht er auf der Dialogtagung zum Thema „Kohle". Auf der Tagung werden die Parallelen sichtbar gemacht, die das Partnerschaftsland Kolumbien mit dem Rheinischen Braunkohlerevier in der Region des Bistums Aachen gemeinsam hat. Die Zusammenhänge werden geklärt und hinterfragt.

Das Ziel der Tagung ist es, sich über die aktuelle Lage des Kohleabbaus in Kolumbien und im Rheinischen Braunkohlerevier zu informieren, über die Folgen des Abbaus für Mensch und Umwelt im Klaren zu sein und zusammen zu überlegen, welche Schritte notwendig sind, um auf bessere Alternativen hinzuweisen und politische Maßnahmen einzuleiten.

Alle Informationen zur Tagung und Anmeldung finden Sie hier

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